25. Trainingswochenende in Braz

Eine kleine, aber hoch motivierte Gruppe des Vereins Hundesport Linth hat am traditionellen Fährten- und Schlemmer-Wochenende vom 4. – 6. November  in Braz teilgenommen. Sehr zur Freude unseres Präsidenten waren erstmals „die Belgier“ in der Überzahl. Die noch kleine angehende Riesenschnauzer-Hündin von Priska und Werner hat diese Situation jedoch souverän gemeistert und sich sehr tolerant gezeigt. Ganz nach dem Motto: Ich werde es euch dann schon noch zeigen.

Wie immer startete das Wochenende am Freitagabend mit dem Apéro im Rössle. Erstmals ist auch Esther pünktlich erschienen, so dass eine vollständige Runde auf ein lehrreiches und genussvolles Wochenende anstossen konnte. Dazu gehörten Hansruedi und Marianne, Priska und Werner, Conny und Esther. Am Samstag ist auch noch Heiri angereist. Thomas, der wegen einer Knieoperation zu Hause bleiben musste, wurde von Coni via „whatsup“ laufend über das feine Essen in Wort und Bild informiert. Ziemlich sadistisch. Das Überraschungsmenu im Rössle war einmal mehr vom Feinsten. Dank dem önologisch sehr bewanderten Präsidenten war auch die Wahl der Weine perfekt. Während in früheren Jahren die gemütliche Runde nach dem Hauptgang jeweils abrupt unterbrochen wurde, um zum „Nacht-Fährten“ aufzubrechen, konnten wir zum Glück sitzen bleiben und übergangslos dem Dessert widmen. Das Finale vor dem Aufbruch in die Pensionszimmer wurde stilgerecht mit einem Subirer, eine hochprozentige Voralbergerspezialität, begossen.

Die Zimmer im Rössle werden zurzeit komplett renoviert. Deshalb wurden die Teilnehmenden auf verschiedene Pensionen verteilt. Das hat alles wunderbar geklappt, der kleine Riesenschnauzer und der übergrosse Mali durften sogar im Zimmer übernachten. Um es mit der netten Gastgeberin nicht zu verderben, haben wir am Tag der Abreise das ganze Zimmer mit einem „KlebeScotch-Brite Fusselroller“ abgerollt. Wobei anzumerken ist, dass die Farbe der Bettwäsche perfekt auf die Farbe der Mali-Hundehaare abgestimmt war. Wie aufmerksam.

Obwohl es wegen der Renovation keine Übernachtungsgäste hatte, durften wir das reichhaltige Frühstück – am Samstag und Sonntag - wie immer im Rössle geniessen. Kurz vor Aufbruch zum Training wurden die M-Budget-Wienerli und die ziemlich penetrant riechenden Landi-Würste vor den Augen der sichtlich irritierten Serviertochter zerkleinert. Sie hat sich vermutlich gefragt, warum die Schweizer ein so komisches Picknick mitnehmen.

Dank Föhn war das Wetter am ersten Trainingstag trocken und sehr angenehm. Sogar die Sonne liess sich kurz blicken. Gestartet wurde mit der Nasenarbeit. Mit Ausnahme der beiden erfahrenen Grönis, stecken die zwischen 5 und 12 Monate alten Hunde bei der Fährtenarbeit noch in den Kinderschuhen. Deshalb brauchten wir nur wenig Gelände für die Geruchsfelder und Futterkreise. Zum Glück, denn noch immer weideten die Rinder genüsslich auf den voralpinen Wiesen, die wir deshalb nicht benutzen konnten. Allerdings änderte sich das am Nachmittag. Die Landwirte holten die Rinder ab und zeigten sich sichtlich erfreut, dass die Schweizer mit ihren Hunden wieder da sind. Hansruedi hat ihnen sofort ein Gläschen von „der alten Zwetschge“ von Coni angeboten, was sehr gut angekommen ist. So freundliche Bauersleute sind Balsam auf die Seele der Hündeler, die für die Fährten so dringend Kulturland brauchen.

Zum Mittagessen gab es eine feine Kürbissuppe, die Conny zu Hause vorbereitet hat. Zum Dessert überraschte uns Priska mit einem selbst gemachten Marroni-Gugelhopf. Ein einfaches aber sehr feines Mittagessen, angerichtet auf der Motorhaube eines Volvos.

In Ergänzung zur Nasenarbeit haben wir am späteren Nachmittag noch in verschiedenen Disziplinen gearbeitet. Coni’s Bonita ist entspannt und motiviert um die Gruppe herumgelaufen und hat dem Präsidenten buchstäblich aus der Hand gefressen. Ein grosses Kompliment an Hansruedi, wie umsichtig er diesen Annäherungsprozess begleitet. Die kleine Nakuma ist schon wie ein Weltmeister an der Futterhand von Priska gelaufen. Flicka wurde auf die bevorstehende grosse Prüfung vorbereitet. Der etwas zu gross geratene Django musste üben, um sein überschäumendes Temperament angesichts von Fähnchen und Beisswürsten in den Griff zu bekommen. Nach einem leinenlosen Spaziergang, wo die Hunde noch etwas herumtoben konnten, sind wir in unsere Pensionszimmer zurückgekehrt, wo wir uns nach kurzem Nickerchen für das Nachtessen „aufbretzeln“ konnten. Inzwischen war auch Heiri eingetroffen und wir durften einmal mehr im kleinen, sehr eleganten Raum „Blauen Zimmer“ im Rössle den Apéro und das Nachtessen geniessen.

Am Sonntag regnete es recht kräftig. Der Aufbruch zum Gelände wurde vom Präsidenten deshalb etwas nach hinten verschoben. Gut verpackt in Regenkleider aber nicht minder motiviert als am Vortag startete das Training oberhalb von Braz: zuerst mit der Nasenarbeit und anschliessend mit Unterordnungs-Übungen, individuell angemessen an das Alter und den Trainingsstand der Hunde. Nachdem sich die Nässe und Kälte langsam aber sicher unangenehm bemerkbar machten, ging das Training wie geplant um 14.00 Uhr zu Ende. Zum Glück konnten wir im Ski-Raum und WC vom Rössle die nassen Kleider wechseln. Traditionsgemäss servierte uns Martin am Schluss einen feinen Kaiserschmarren und für Marianne eine wärmende Suppe. Dann galt es einmal mehr Abschied zu nehmen, vom Rössle und der Familie Bargehr. Einer Familie, die es seit Jahrzehnten schafft, den Qualitätslevel in Küche und Keller hoch zu halten oder gar zu steigern, immer wieder zu überraschen und uns seit 27 Jahren mit ihrer Professionalität und Herzlichkeit begeistert.

Ein grosser Dank geht an Hansruedi, der sich im Vorfeld des Weekends alles gut überlegt und das Training im Kopf minutiös vorbereitet hat. Und last but not least: Danke Marianne, dass du so viel Geduld aufbringst, um alles fotografisch und filmisch festzuhalten.

 

Text: Esther Leuzinger - Fotos: Marianne Hegi

 

 

 

 

 

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